Kein Grund zur Panik

Respect 11 1 kGerman MMA – Die Zukunftsaussichten

Kürzlich hat Käfiggeflüster.de einen Bericht über das mangelnde
Zuschauerinteresse bei RESPECT 11 veröffentlicht.
Es kam die Frage auf: „Woran lags“?

Wir haben uns Gedanken gemacht und sind  auf Lösungssuche gegangen.

1. Gedanke: Sind Mix-Turniere eine Lösung?

Ja und Nein!

Dafür haben wir einen kleinen Blick in den Ruhrpott geworfen, wo der erfolgreiche Veranstalter Isa Topal bei seinen Events neben MMA auch Boxen und K1 anbietet. Bei diesen abwechslungsreichen Veranstaltungen erreicht er eine größere Zielgruppe, als mit einer reinen MMA-Veranstaltung.

Natürlich muss man sich fragen, ob man bei der traditionsreichen MMA Reihe „Respect“ diesen Spagat überhaupt wagen sollte oder die elfte Ausgabe der Veranstaltung einfach als Ausnahme abhakt.

JA, abhaken!

2. Gedanke: Neue Kämpfer werden nachrücken!
Die Fightcard der Respect 11 war nicht schlecht. OK, die ganz großen Namen wie Nick Hein, Abu Azaitar oder Peter Sobotta und Co. fehlten.
Aber warum Trübsal blasen? Das eine ist sicher, es werden sich andere Kämpfer einen Namen machen und das junge Publikum anziehen.
Da gibt es Leute wie Nick Salchow. Er hat auf der diesjährigen RESPECT wahrscheinlich den „Fight of the Year“ abgeliefert und könnte in naher Zukunft einem breiten Publikum als Hauptkämpfer verkauft werden.
Nennen muss man aber auch seinen unterlegenen Gegner Sascha Massafra. Er hat gegen Salchow einen Kampf auf Augenhöhe abgeliefert.
Dieses Duell will man noch einmal sehen und zwar bald.

3. Gedanke: Das alte Eisen ist nicht rostig.
Auch wenn knapp 30 Jahre alt, so kann man auch Andreas Birgels als Persönlichkeit erwähnen. Wozu er in der Lage ist, wenn er sich konzentriert auf einen Kampf vorbereitet, hat man bei seinem technisch hervorragenden Kampf gegen Farbod Fadami gesehen.
Fatih Balci ist ein weiterer Name, der auf jede gute Fightcard in Deutschland gehört. Der zuletzt oft verletzungsgeplagte Kämpfer ist einer der talentiertesten Athleten in der German MMA Kämpferszene. Und was ein Kerim Engizek auf dem Kasten hat, muss man niemanden mehr erzählen. Aus dem vormals schlampigenTalent ist mit Hilfe seines Coachs Aziz Karaoglan eine disziplinierte Kampfmaschine geworden.

4. Gedanke: Money Money Money!
Tja, ein sehr wichtiger Faktor ist das liebe Geld. MMA braucht mehr Sponsoren. Es ist bekannt, dass Athleten, Betreuer wie auch die Fachpresse vom Sport alleine nicht leben können. Praktisch alle Protagonisten müssen hauptberuflich einer Arbeit nachgehen. Nur ein kleiner Prozentsatz kann sich vom Sport alleine ernähren. Der Aufbau von professionellen Strukturen wird so leider noch gebremst. Die Sponsoren sollten vermehrt rüber zu unseren Nachbarn in Holland und Polen schauen, dort boomt MMA regelrecht. Man läuft da Gefahr, die Trends zu verpassen!

5. Gedanke: Seriosität ist Trumpf
Die Objektivität bei einigen Kampfurteilen ist nicht immer nachvollziehbar gewesen.
Auch wenn es zum Glück nicht auf der Tagesordnung steht, gab es in der jüngeren
Vergangenheit trotzdem einige Fehlurteile, bei denen wir die
Seriosität des Sports aufs Spiel setzen. Der aufstrebende Weltmeister Musa Jangubaev kann davon ein Lied singen.

6. Gedanke: Das TV Verbot muss gekippt werden.
Die mediale Berichterstattung gestaltet sich auch nicht so einfach.
So fehlt schlicht die wichtige Plattform TV.
Man stelle sich einmal vor, nur noch der Kicker und die Sportbild würden über den Fußball in Deutschland berichten, ohne die lebenswichtige TV Präsenz.
Des Deutschen liebstes Kind wäre sicherlich eine Randsportart wie in den USA.

Ein Runder Tisch aus Sportlern, Funktionären und Politikern muss her. Dabei liegt es an uns allen, die MMA lieben, den Sport ins richtige Licht zu rücken.

Fazit:
Kommen wir dabei zurück zur Respect.
Man sollte sich keine Sorgen um diese tolle Eventreihe machen. Die kommende Respect12 wird sicherlich an die erfolgreichen Veranstaltungen vor der jetzigen elften Ausgabe anknüpfen können.
Sebastian Tlatlik und Ben Helm im Rheinland oder Isa Topal und Ignacio Neuhausen im Ruhrpott sind gute Gastgeber ihrer jeweiligen Veranstaltungen. Auch im Süden der Republik entstehen immer mehr gute Events. Zu nennen wären da die kleine aber feine Aggrelin in München oder die kommende Shooto Kings in Metzingen. Im Osten und im Norden wächst zudem auch einiges heran. 

Was sagt uns das alles?

Die noch kleine Welt des German MMA ist in Ordnung und wächst stetig weiter.

Von Attila Revada

 

https://www.facebook.com/benleerokymarcianoitalia

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