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Wenn selbst die prominentesten Gäste am Ring nach einem Kampf geplättet sind, dann ist das nur schwer in Worte zu fassen, was am Samstag in Bochum bei der It’s Lanna Time 3 passiert ist. Eines vorweg: Alle die am Samstag lieber zuhause geblieben sind, dürften wahrscheinlich eines der spektakulärsten Fights auf deutschem Boden verpasst haben. Gemeint ist der Hauptkampf zwischen Kojo Ennin und Abu Sesey. Aber auch ohne den Mainevent war die dritte Ausgabe ein voller Erfolg, dessen waren wir uns nach dem vorletzten Kampf bewusst und hatten schon fast zufrieden unser Resümee gezogen. Doch wir hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht: In diesem Fall ohne Kojo Ennin und Abu Sesey.

Der erste Kampf zwischen Matthias Kaskola (Amrani Palace) und Tobias Meyer zu Westram (Lanna Martial Arts) sollte der von uns schon zuvor kolportierte Kickoff werden, der keine Wünsche übrig lies. Die erste Runde begann Tobias Meyer druckvoll und mit dem Plus an Aktionen. Kaskola war aber trotzdem auf der Höhe und konnte den Speed, den Meyer vorgab, zu jeder Zeit mitgehen. Aber die erste Runde ging an Meyer, der seinen Kampf insgesamt variabler und mit mehr Treffern gestalten konnte. Auch in der zweiten Runde änderte sich das Bild nicht. Meyer kam wieder sehr druckvoll aus er Ecke, traf gleich mit Fäusten und Kicks. Kaskola wirkte nach einer Serie von Low-Kicks gezeichnet, hatte sichtlich Schmerzen im linken Oberschenkel. Auch die zweite Runde ging damit an Meyer-Westram. Die dritte Runde fing gleich mit einem Tiefschlag von Kaskola an Meyer an, der darauf eine kleine Pause zum erholen brauchte. Meyer zeigte in der Folge einen technisch überlegen Kampf und kam mit vielen Kombinationen durch die Mitte zu Treffern. Kaskola versuchte immer wieder mit harten Fäusten über Außen und dem Einsatz von viel Kraft seinen Gegner zu Treffen, doch der gewünschte Effekt blieb an diesem Abend gegen den mustergültigen Tobias Meyer zu Westram aus, der klarer Punktsieger wurde.
Sieger nach Punkten: Tobias Meyer zu Westram

Der zweite Kampf (K1) präsentierte mit Mohamed Al Omari (Fightcenter Siegen) gegen Dogan Dinc (Highkick Gym) zwei talentierte Jugendliche, die mit viel Training und Fleiß eine große Zukunft im Kampfsport haben dürften. Dieser Fight begann mit einem stürmischen Omari, der zu Beginn seine deutlichen Größenvorteil nutzen konnte. Er suchte immer nur den Vorwärtsgang und war mit seinen Low-Kicks stets gefährlich. Dinc kam dann zum Ende der Runde besser auf und zeigte sein technisches Repertoire an Schlägen mit Backfist, Cross und Jabs und konnte so die Runde noch ausgeglichen gestalten. In der zweiten Runde gab es viele Schlagabtäusche hüben wie drüben, bei der Omari mit etwas mehr Aktionen die Runde geholt haben dürfte.
Doch die dritte Runde brachte die Entscheidung für Dogan Dinc. Dieser konnte am Ende mit der ausgefeilteren Technik und durchdachten Aktionen besser gefallen.
Sieger nach Punkten: Dogan Dinc

Im dritten Kampf (K1) kam es zum aufeinandertreffen zwischen Muhammed Gündüz (Allfit Gym NL) vs. Furkan Güntas (Sidekicks Herne) Bei diesem Kampf jagte ein wilder Schlagabtausch den nächsten. Beide Akteure waren beherzt bei der Sache, bei der keiner aufgeben wollte. So gab es am Ende einen knappen aber verdienten Sieger mit Güntas.

Sieger nach Punkten: Furkan Güntas

Der Kampf Nr. 4 im K1 zwischen Hafiz Asikali (Allfit Gym NL) gegen Benny Middelmann (Lanna Martial Arts) bewies wieder einmal, dass ein guter Matchplan die halbe Miete bedeuten kann. Gleich zur ersten Runde gab es heftigen Schlagabtausch zweier mutig agierenden Männer zu sehen, bei der aber besonders Middelmann seine Taktik nie aus den Augen verlor und gleich mit einem sehenswerten Pushkick Asikali in den Ringstaub schickte. Er sicherte sich mit einer guten Vorstellung auch gleich die Runde. Auch in Runde zwei zeigte Benny Middelmann einen technisch ansehnlichen Kampf. er konnte seinen immer überheblicher agierenden Gegner sehr gut im Schacht halten und ließ ihn mit vielen Treffern nahezu verzweifeln. Asikali war über die gesamte Kampfdauer zu ungestüm und versuchte über seine Kraft die Entscheidung zu suchen. Doch auch Middelmann hatte Schmalz in den Armen und Beinen und dazu seinen Verstand eingeschaltet, so dass er nach gewonnener zweiten, auch die dritte Runde gegen den am Ende auch konditionell ausgepowerten und ausgelaugten Hafiz Asikali für sich entschied. Somit stand der verdiente und strahlende Sieger fest.

Sieger nach Punkten: Benny Middelmann

Jessy Van Turnout (Allfit Gym NL) vs. Helias Heydary (Highkick Gym) hieß es im umstrittenen fünften Kampf. Heydary haben wir in diesem Duell in allen Belangen vorne gesehen, aber wir können uns auch irren.  
Kampfurteil: Unentschieden 

Im Kampf 6 (K1) des Abends bekam es Juliane Bock (Highkick Gym) mit der selbstbewussten Lilly Kiesling ( Mujoken Ki Aachen) zu tun. Und Kiesling machte es kurz und schmerzvoll. Nach einer Schlagserie warfen die Betreuer von Bock das Handtuch und bewahrten im ungleichen Duell ihren Schützling vor größeren Ungemach.

Siegerin nach Aufgabe: Lilly Kiesling

Nach 6 K1 Fights in Folge, gab es für die Zuschauer Grappling zu sehen. Michael Rodewald (Sidekicks Herne) vs. Max Stritter (Vestside Warriors) hießen die zwei Duellanten im Bodenkampf. Max Stritter zeigte gleich mit einem sehenswerten Takedown, dass er in seinem ersten Grapplingkampf als Sieger den Ring verlassen wollte. Nach einem weiteren Takedown konnte er durch einen Gogoplata aus der Fullmount das Duell für sich entscheiden.

Sieger durch Submission(Gogoplata): Max Stritter

Im 8. Kampf war es wieder Zeit für K1 Power mit den beiden jungen Athleten Yassin Elmrabet (AllFit NL) vs. Patrick Wosik (Amrani Palace).
Wosik war zu Beginn etwas besser im Kampf, doch Elmrabet schien mehr Kraftreserven inne zu haben und schickte Wosik zweimal zu Boden. Insgesamt war Wosik zu statisch. Auch in der zweiten Runde reagierte Wosik mehr, Elmrabet agierte dagegen und schickt nach einem fulminanten Schlaghagel Wosik erneut zu Boden. Es gab nichts zu überlegen für die Ecke von Wosik, der an diesem Tag keine Chance gegen den Niederländer Elmrabet hatte. Aufgabe Ecke Wosik.
Sieger durch Aufgabe: Yassin Elmrabet

Der 9. Kampf (K1) fiel aus, da der Gegner von Hussein Bero nicht zu seinem Kampf erschien.

Antje Meschner (Fightpalast Iserlohn) und Publikumsliebling Svenja Börding (Lanna Martial Arts) pushten die Zuschauer mit ihrem Duell im 10. Kampf des Abends noch einmal zusätzlich.
In einem abwechslungsreichen Kampf konnte Svenja Börding in der ersten Runde mehr Akzente setzen, die sie auch gewann. Aber sie musste vor ihrer brandgefährlichen Gegnerin aus Iserlohn immer auf der Hut sein, die mit schnellen Fäusten einige male gut durch kam. Besonders in der zweiten Runde konnte Meschner Börding aus dem Konzept bringen und gewann diese dann auch verdient.
In der dritten und letzten Runde schenkten sich beide Damen nichts und lieferten sich eine harte Auseinandersetzung.
Das Ergebnis konnte beide Athletinnen dann zufrieden stellen, da die Punktrichter den Kampf wie wir auch ausgeglichen sahen und unentschieden werteten.
Das Kampfurteil: Unentschieden

Im 11. Kampf (K1) trat erneut Furkan Güntas (Sidekicks Herne) zum zweiten mal an diesem Abend zu einem Kampf an. Diesmal bekam er es mit Julian Schoo von MMA Marl zu tun. Schoo kämpfte mit viel Herz und zeigte sich unbeeindruckt. Doch Furkan Güntas hatte bei diesem Fight einfach mehr Durchschlagskraft, der damit den Sieg davontragen konnte.
Sieger nach Punkten: Furkan Güntas
Im 12. Kampf wurde das Publikum mit Boxen im Catchweight unterhalten. Die Akteure hießen Muhammed Uguz (Sparta X Gym) und Orhan Bayrak (Lanna Martial Arts)
Orhan Bayrak konnte mit dem Überschuss an Treffern und mit teilweise gut vorgetragen Kombinationen den Kampf dominieren. Uguz befand sich viel in der Rückwärtsbewegung, aber schaffte es ab der zweiten Runde besser in den Fight zu kommen. Trotzdem war Bayrak auch in dieser Runde abermals präsenter. Bayrak brachte erneut viele Graden ins Ziel, Uguz dagegen nutzte seine Reichweitenvorteile nicht konsequent genug aus. Dabei sah sein Jab in einigen Szenen sehr brauchbar aus und wäre eine Möglichkeit gewesen, sich den kleineren Mann vom Leib zu halten. Doch neben technischen Fähigkeiten spielt beim Boxen besonders die Beinarbeit eine große Rolle. Auch hier schien Bayrak seine Hausaufgaben gemacht zu haben und gefiel uns insgesamt besser. Die Ringrichter werteten den Kampf dagegen unentschieden.
Das Urteil: Unentschieden

Niels Fischer (Fightcenter Siegen) vs. Bastian Mrosek (Lanna Martial Arts) hieß Duell (K1) Nr. 13

Fischer wirkt für einen Erstkämpfer relativ erfahren und zeigte mit guten Spin-Back-Kicks und 1-2 Kombinationen sein ordentliches Portfolio an Schlägen und Tritten.
Man musste fast schon befürchten, dass Mrosek das Kampfende nicht mehr stehend erleben könnte. Doch es kam alles anderes. Mrosek kämpft sich zurück in den Fight und schien Fischers linkes Bein nach vielen Treffern ordentlich lädiert zu haben, der mit schmerzverzerrtem Gesicht in die letzte Rundenpause gehen musste. Die dritte Runde musste also die Entscheidung bringen und Mrosek tat das einzig Richtige. Er ging voll auf das linke Bein von Fischer. Fischer biss auf die Zähne und rettete sich gegen Mrosek bis zum Schlussgong. Aber der Sieger stand da schon fest, Bastian Mrosek.
Sieger nach Punkten: Bastian Mrosek.

Teil 2 folgt…..

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