Die Karamans, ein Konsul, Cüneyt Arkin und Nikolaj Falin

titelkaramanBei aller Neutralität, man muss diese Jungs einfach mögen. Gemeint sind K1 Doppelweltmeister Bülent Karaman und sein älterer Bruder Cezmi, der als Trainer versucht seinen jüngeren Bruder mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Er war aber selbst einst Weltmeister und kennt da die richtigen Zutaten, die ein richtiger Champion braucht, um die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Karamans beim Generalkonsul Ahmet Başar Şen

Und aus den Augen verloren haben die Brüder Karaman sicherlich eines nie: Ihre Türkischen Wurzeln! Ihre Eltern stammen aus Kayseri, einer anatolischen Großstadt, die für Pastirma-Schinken, Sucuk-Wurst und der Leibspeise vieler Türken, Manti (Türk. Ravioli) genauso bekannt ist, wie auch für die unzähligen
Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise Kappadokien. Doch die Stadt hat jetzt mit Bülent Karaman einen Kampfsporthelden dazugewonnen, den sie mit der deutschen Heimatstadt der Karamans teilen muss: Berlin!

Das ist sicherlich auch gut so, denn in Berlin wurde der Türkische Generalkonsul höchstpersönlich auf den Kampfsporthelden mit den anatolischen Wurzeln aufmerksam. So lud Ahmet Başar Şen seine Berliner Landsleute zu gerne zum Türkischen Generalkonsulat in der Heerstraße ein und twitterte am selben Abend noch ein Bild der Karamans mit den ebenfalls teils türkischstämmigen Jungs von German Fightnews. Und Herr Şen will Bülent Karaman möglichst bei einem seiner nächsten Kämpfe persönlich unterstützen. Zudem versicherte er den zwei Berliner Landsleuten zwecks Sponsoring für Sie Kontakte mit der türkischen Wirtschaft herzustellen, was den Karamans vieles erleichtern würde. Praktisch alles müssen die Brüder aus eigener Tasche bezahlen. K1 ist in Deutschland leider kein leichtes Geschäft, in der Türkei schon eher und populärer, was alleine der riesige Hype um Superstar Gökhan Saki beweist.

Übrigens hat dieser Saki schon einmal gegen einen gewissen Nikolaj Falin gekämpft, dem nächsten Gegner von Bülent Karaman. Der Medwedeff Cup Sieger startete damals viel zu verhalten gegen den Superstar und kam dadurch nie richtig in seinen Kampfmodus rein. So musste Falin eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Am 9. Mai heißt es nun Karaman vs. Falin, ein Superfight der es verdient gehabt hätte, auf Eurosport gezeigt zu werden. So geht es nun bei der fünften Ausgabe der bekannten Eggesiner Fighnight gegeneinander. Zu sehen wird das Duell über Fightstar TV sein.

Die Karamans sind zuversichtlich den Kampf gegen Falin zu gewinnen und streben weitere große Fights an. Ideal wäre da Remy Bonjaskys Schützling Danyo Ilunga, gegen den aber viele kämpfen wollen. Aber auch Titelfights im schwächelnden Schwergewichtsboxen sind nicht undenkbar für Bülent Karaman, der gegen die Top 5 des deutschen Rankings sicherlich nicht schlecht aussehen würde. Vorbilder für so einen Wechsel vom K1/ Thaiboxen gibt es zu genüge. Prominenteste sind Manuel Charr, der Muay Thai Europameister war, sowie Marco Huck und Vitali Klitschko, die im Thai bzw. Kickboxen Weltmeister waren, bevor sie zum klassischen Boxen wechselten. Und genau das darf man auch Bülent Karaman zutrauen. Dafür müsste allerdings ein seriöses Angebot von einem der Topleute auf den Tisch. Das Zeug, die Deutsche Elite zu besiegen, hat Bülent Karaman allemal, aber nur die wenigsten werden es mit ihm aufnehmen wollen.

Im übrigen sind Bülent und Cezmi nicht die einzigen erfolgreichen Brüder der Familie Karaman.
Der zweitälteste Bruder Alpaslan war Vizeweltmeister und ebenfalls Deutscher Meister sowie ein guter Bundesligaboxer. Und der jüngste im Bund ist Alpay. Er ist mehrfacher Berliner und Deutscher Meister und wird, wenn Bülent mit weiteren Topfights versorgt ist, seinen 3 Brüdern folgen.

Cüneyt Arkin

Das Interessante bei den Karamans ist aber, dass es keinen Kampfsportbackground innerhalb der Familie vor ihrer eigenen Zeit gab. Der Vater war es nicht, der die Jungs zum Kampfsport brachte, viel mehr war es ein Actionstar, der die Liebe bei den damals wilden Brüdern geweckt hatte.
Bruce Lee? Chuck Norris? Weit gefehlt, sondern Cüneyt Arkin, der Unverwüstliche, der Mann der von den Bergen auf seine ungesattelten Pferde sprang und selbst von einer Maschinengewehrorgie nicht kaputt zu kriegen war, ließ die kleinen Kinderaugen der Karamans leuchten. Der Türkische Superheld, ein “Rambo-Bruce Lee-Dirty Harry“ in Personalunion war für viele türkische Kinder in den 70er und 80er Jahren der größte Held der Welt. Jedes türkische Kind war sich absolut sicher, dass selbst der Weiße Hai oder King Kong es mit dem Mann nicht aufnehmen konnten: keine Chance!

Cüneyt Arkin selbst betrieb, so zumindest viele seiner Promobilder in den türkischen Tageszeitungen, Karate. Also verwundert es nicht, dass der Background der Karamans im Kyokushin Karate liegt und sie diesen Sport lieben.

Heute sind die Karamans für viele Migrantenkinder selbst Vorbilder, die aber real sind und durch ihre bodenständige Art den Kids eine Menge mit auf den Weg geben können.
“Man bekommt nichts im Leben geschenkt und man muss sich alles hart erkämpfen“ könnte das Motto der Brüder sein. Doch selbst dafür wären sie viel zu bescheiden, sich selbst ein Motto anzuheften, deshalb tun wir es auch für die Karamans.

Und so langsam dürfen sich gerne auch potenzielle deutsche wie auch türkische Sponsoren melden, damit die Erfolge der Karamans ausgeweitet werden können.

 

von Attila Revada
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