cagriEs gab kaum jemanden, der am 27. Februar 2015 in der Berliner Universal Hall nicht Cagri Ermis als den strahlenden Sieger sah. Er gewann einen Titelkampf um den Mediterranen und die Europameisterschaft nach Versionen der IBF gegen den im Vorfeld favorisierten Jürgen Doberstein einstimmig nach Punkten. Nach dem Kampf zollten selbst Dobersteins Anhänger, die live vor Ort waren, über diverse Social Media Plattformen und in der Halle dem Sieger Ermis Beifall. Aber nicht so der unterlegene Mann an diesem Abend, Jürgen Doberstein. Für den St. Ingberter war nicht nur der Mediterranen Gürtel verlorenen gegangen, sondern anscheinend auch ein TV Vertrag mit dem renommierten Pay TV Sender Sky, dessen neues Gesicht der gebürtige Kasachstandeutsche angeblich werden sollte.

Kurz nach dem Kampf schrieb die Saarbrücker Zeitung von Missständen in Berlin, die Jürgen Doberstein angeblich aus der Fassung gebracht haben sollen. Dabei stützt sich das Blatt offensichtlich nur auf die Aussagen von Dobersteins Ecke selbst, statt auch bei Cagri Ermis oder der Veranstalterin Eva Rolle nachzufragen.
Das Blatt schrieb auch, nicht Doberstein habe die so wichtigen IBF Europameisterschaft gewonnen, sondern Cagri Ermis. Aber wenn man zu einem Beitrag die Infos etwas engagiert recherchiert, weiß man auch, dass Ermis der Titelträger des Europameistertitels war und ist. Der Deutsch-Türke verteidigte also lediglich seinen Titel. Was in den Beiträgen auch fehlt, sind Aussagen, dass Doberstein seinen Gegner schlicht und einfach unterschätzt haben könnte und noch mehr die Selbstreflexion des Verlierers.

Doberstein legte nach seiner Ankündigung in der Saarbrücker Zeitung Protest bei der IBF ein. Dabei geht es ihm um einige Runden die nicht 3 sondern bis zu 4 Minuten gedauert haben sollen, den zu kleinen Ring und Tumulten vor dem Kampf, die ihn aus dem Konzept gebracht hätten. Allerdings war es Doberstein, der besser in den Kampf fand, während Ermis eher konstatiert gewirkt haben muss und versuchte sein Konzept zu finden.
Doch die Ecke von Ermis arbeitete in den Rundenpausen anscheinend besser als die des St. Ingberter und wusste den 11 cm kleineren Boxer aus Wuppertal schnell umzustellen, sodass er seinen Gegner besonders an den Seilen gut stellen konnte und mit klaren Treffern dominierte. Doberstein befand sich laut Eva Rolle nur noch auf der Flucht und schaffte es nicht nicht, in den Kampf zurück zu finden.

Das einstimmige Ergebnis von Ermis schmeichelte anscheinend sogar noch Doberstein, der laut vieler Augenzeugen deutlicher verloren haben soll. Die Punktrichter der IBF werteten den Kampf 115:113, 115:113 und 115:112 zu Gunsten von Ermis, der auch selbst sagt, er habe gefühlt mehr Runden geholt.

Das offizielle Urteil der IBF Punktrichter

 

Doch nun kündigte die IBF an, die Zusammenarbeit mit der GBA (German Boxing Association) überprüfen zu wollen, bis die Angelegenheiten um die Umstände des Kampfes zwischen Ermis und Doberstein, der unter der Aufsicht der GBA stand, geklärt seien. Aber was dabei verwundert ist die Tatsache, dass alle drei Punktrichter Offizielle der IBF waren.

Nun hat die Veranstalterin Eva Rolle genug um die Posse und kündigt für kommende Woche alles auf den Tisch legen zu wollen. Dabei werden wir auch der Frage nachgehen, ob die Ecke von Doberstein rassistische Äußerungen getätigt hat und sogar versucht haben soll, das Urteil zu erkaufen.
Alles weitere erfahrt ihr kommende Woche auf Germanfightnews

Advertisements