a1-2 Am 16.Mai haben wir unsere erste A1 World Combat Cup Veranstaltung mitverfolgt. Unsere Gefühle sind dabei etwas gemischt. Die Veranstaltung ist von der Aufmachung sicherlich eine Stufe höher anzusiedeln, als das, was wir aus Deutschland in ähnlicher Form kennen. Doch das bedeutet nicht, dass alle Kämpfe das übertroffen hätten, was wir dieses Jahr in Deutschland im K1 gesehen haben.  Zudem fiel der Kampf von Dilara Kocak ins Wasser, was unsere Laune im Vorfeld trübte.  Nachdem ihre Gegnerin Debora Doubly am Vortag bei der Waage noch ihre Muskeln hatte spielen lassen, war sie am Kampftag kurz vor dem Duell geflüchtet. Großes Highlight war sicherlich der Kampf von Ismael Londt und das spektaküläre Finale des 8 Mann Turnieres.

Wir kamen gegen 17:00 Uhr in der Halle an und hatten dabei den Kampf vom Nicat Valiyev vom Team Kaspian verpasst, die wir auch aus Deutschland kennen. Valiyev hatte seinen Kampf gewonnen und seinem Gegner eine ordentliche Tracht Prügel, wie uns ein belgischer Reporter mitgeteilt hatte. Schade, dass dieser Kampf als Zweiter so früh im Programm kam. Denn als wir die Halle betraten, lief zu diesem Zeitpunkt im Hauptprogramm ein C-Klasse Kampf zwischen dem späteren Sieger Jos Gouweloos und dem unterlegenen Ian Reynders, die sich im wahrsten Sinne des Wortes eine wilde Rauferei lieferten. Der anschließende Kampf zwischen Merwijs Sherzaad gegen Joao Francisco11267326_487262511423813_1234609934_n riss uns auch noch nicht vom Hocker. Sherzaad wurde zum Sieger nach Punkten in diesem Kampf gekürt.

Dann kam es mit viel Aufsehen zum Kampf zwischen Brahim Boukerch vom Team Gunyar und Zaid Zairov. Zum ersten Mal war auch Stimmung in der noch nicht ganz ausgefüllten Halle, denn Boukerch legte beim Einlaufen eine Tanzshow hin, die es in sich hatte. Doch den Kampf verlor der junge Athlet vorzeitig nach einem Cut am Auge. Technisch war das aber schon eine andere Hausnummer.

Dann fing auch schon das 8 Mann Turnier an und es kam zum Duell zwischen Boubaker El Bakouri und Bas Vorstenbosch. Es sah anfangs sehr schlecht für Vorstenbosch aus, der sich in Runde 1 zweimal am Boden wiederfand. Doch der großgewachsene Holländer besaß ein großes Kämpferherz und gab zu keiner Phase den Kampf auf, versuchte sogar selbst zwischendurch auf einen K.O. zu gehen, doch am Ende musste er sich an diesem Tag einem stärkeren El Bakouri klar nach Punkten geschlagen geben.

Ibrahim Elbouni und Xeyel Ehmedov vom Team Kaspian waren die nächsten Turnierteilnehmer. Beide Kämpfer schenkten sich über 3 Rundenkeine Atempause, Elbouni war in den Runden 1 und 2 der dominantere Akteur. Die 3. Runde gehörte klar Ehmedov, der nochmals alles gab. Doch am Ende riss Elbouni die Arme in die Luft und zog ins Halbfinale ein.

11227621_1016460051712591_4051820313148913047_nErrol Koning und Ertugrul Bayrak bestritten den dritten Kampf des 8 Mann Turniers. Besonders Bayrak zeigte eine reife und technisch ansehnliche Leistung. Er gewann das Duell völlig verdient einstimmig nach Punkten und durfte sich ebenfalls auf das Halbfinale vorbereiten.

Als letzter zog dann noch der Armenier Sahak Paparyan nach seinem Punktsieg gegen Masoud Rahimi in die Runde der letzten Vier ein. Der Favorit des Turniers aber war zu diesem Zeitpunkt der Türke Ertugrul Bayrak, der bis Dato die beste und ausgewogenste Leistung abgeliefert hatte.

Bis zu den Halbfinales gab es dann zwei weitere gute Kämpfe zu sehen. Im ersten davon gewann Ritchy van Dijk gegen Ali Zoubai nach Punkten. In einem weiteren Duell gewann Redoune Boukerch gegen Soufian Kaddouri nach Punkten.

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Die A1 Nummerngirls und Tänzerinnen waren 1A!

Im ersten Halbfinale des Turniers besiegte Ehmedov Bezwinger Elbouni dann Boubaker El Bakouri klar nach Punkten.

Ertugrul Bayrak konnte uns im zweiten Halbfinale ein weiteres mal überzeugen und gewann mit einer famosen Leistung gegen Sahak Paparyan nach Punkten.

Damit stand das Finale fest. Ibrahim Elbouni und Ertugrul Bayrak waren die zwei Männer, die sich ums Preisgeld duellieren sollten.

Anschließend folgten zwei weitere Kämpfe. Robbie Hageman verlor gegen Quincy Jones durch TKO in Runde zwei. Ein guter und spannender Fight!
Als Nordin Ben Moh zum anschließenden Kampf einlief, wurde es sehr laut in der mittlerweile mit ca. 4000 Zuschauern gut gefüllten Halle. Sein Gegner Cedric Manhoef kam im spartanischen Rock und es entwickelte sich bis zu diesem Zeitpunkt der beste Kampf des Abends. Beide Athleten hoben das Niveau der Veranstaltung noch
mal an und duellierten sich auf Augenhöhe.

Wir hatten den Kampf unentschieden gewertet, die Punktrichter sahen Ben Moh mit 2:1 vorne.

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Hatte gut Lachen nach seinem Sieg: Ibrahim Elbouni

Dann stand das Finale des 8 Mann Turniers an. Ibrahim Elbouni trat vor dem leicht favorisierten Ertugrul Bayrak in den Ring und es gab eine riesen Überraschung. Der bis zu diesem Zeitpunkt uns nicht als besonders schlagstarker Kämpfer aufgefallene Elbouni machte kurzen Prozess undbeendete den Kampf in der ersten Runde nach nicht einmal einer Minute durch einen fulminanten K.O. Bayrak war sofort bewusstlos und musste lange behandelt werden und es dauerte lange bis er zu sich kam. Einige Fans von Ibrahim Elbouni zeigten sich zu diesem Zeitpunkt sehr unsportlich und stürmten den Ring, was ein No Go darstellt, wenn ein bewusstloser Kämpfer gerade im Ring behandelt wird. Gut, aber wir wollen Ibrahim Elbounis Leistung damit nicht schmälern. Er gewann damit ein beutendes Ereignis auf spektakuläre Art und Weise und durfte sich über 10.000 Euro Preisgeld freuen.

Anschließend folgten die letzten drei Kämpfe des Abends. Ruben Narain gewann nach Punkten gegen Abdeluihed Mouhdad.

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Verlor seine Linie: Vedat Hödük

Im vorletzten Kampf des Abends trafen A1 Champion Vedat Hödük und Mohamed Mezouri gegeneinander an. Hödük zeigte auch gleich, warum er der Titelträger ist. Boxerisch war das schon Weltklasse vom Türken. Doch die Kicks fehlten uns dabei etwas, doch was er an Schlagkombinationen und Beinarbeit an den Tag legte, war großes Kino. Nach klar gewonnener erster Runde mit Niederschlag für seinen Gegner fing der Champ sich mit Spielereien an. Statt zu kämpfen, versuchte er mit Gestiken und Tanzeinlagen seinen Gegner zu verhöhnen. So brachte er den technisch unterlegenen Mezouri in den Kampf zurück. Trotz der lauten Anweisungen aus seiner Ecke verlor Hödük immer mehr seine Linie und zeigte etwas, was mit Kampfsport eher wenig zu tun hat. Aber trotzdem sahen die Punktrichter ihn mit 3:0 klar vorne, was sicherlich auch etwas mit seiner 10:8 in Runde 1 zu tun hatte. Denn in den Folgerunden war Mezouri gleichwertig. Doch dann gab es eine große Geste der Ecke von Hödük, die mit der Leistung von ihrem eigenen Mann selbst unzufrieden waren und Mezouri postwendend einen Rückkampf anboten. Respekt an die Betreuer von Hödük, die mit ihrer Ansage mit Mikrofon ein Zeichen gesetzt hatten. So etwas erlebt nicht alle Tage!

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Ismael Londt: Der Star des Abends war das Eintrittsgeld wert!

Der Mainfight zwischen Ismael Londt und Rustemi Krishnik war einer der weiteren Gründe, warum wir den A1 World Combat Cup in Eindhoven besucht hatten und wurden besonders von Londt nicht enttäuscht. Das Schwergewichtsduell ließ, im wahrsten Sinne des Wortes, den Ring erzittern und die Seile wurden mehrfach einem harten Materialtest unterzogen. Nach mehreren Niederschlägen für Krishnik gewann Londt nach einer großen Show den Kampf durch TKO in der ersten Runde und ein guter Abend mit K1 wurde damit, nach dem enttäuschenden Ausfall des Kampfes von Dilara Kocak, für uns versöhnlich beendet.

Eine tolle Show, viel Glanz und Gloria haben wir in Eindhoven erlebt und zu erwähne ist sicherlich auch, dass das Drumherum gut, fast perfekt war, ob es nun der spektakuläre Ringrichter war, die hübschen Nummerngirls oder die aufregenden Tänzerinnen, man hatte auf viele Details geachtet. 

Vielen Dank auch an den Veranstalter Süleyman Günyar für die Einladung, für die hervorragenden Plätze und die tolle Bewirtung.

Fotos: German Fightnews/ Freitagsphoto

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