Der Uchi Deshi – Der Wildeste von allen

Hallo Freunde des Kampfsports!

Auf mich wartet Meister Christian unser Kickboxtrainer. Diese Probefahrt hatte ich kurz vor meiner OP angesagt und Ihr bekommt den Bericht. Versprochen ist versprochen. Viele Ziele hatte ich mir für dieses Jahr gesetzt – nun hoffe ich das es zumindest für mein erstes Prüfungskumite reichen wird: Den gelben Gürtel im Kyokushin Karate! Kurz vor meiner Pause, habe ich bereits die Freude gehabt einige Gelbgurte kennen zu lernen. Wenn ich einen solchen Level bis zum Sommer noch erreichen kann, wird Großmeister Tasev, hoffentlich, meine Prüfung abnehmen.

Dort werde ich auf alle meine Freunde treffen.

uchi1Doch dieses mal hauen sie mir richtig den Arsch voll – Warum? Das Kumite des Kyokushin Karate ist kein Kuschel Club! Da geht es knallhart zur Sache und um das zu überstehen muss ich sehr stark sein.

Der finale Test.

Überstehe ich diesen und stehe am Ende meines Kumite vor der Gruppe meiner Meister, aus eigener Kraft, dann gehöre ich einer kleinen, aber sehr exklusiven Gemeinschaft an.

Vollkontakt Karate! Kein Netz! Kein doppelter Boden!

Was ein Mensch dazu braucht?
Nichts weiter, außer einem starken Willen.
Einen Willen der Grenzen verschiebt!
Einen Willen der vor nichts halt macht!
Ein Wille aus Stahl!
DAS ist Kyokushin!

Ich bin, wie ihr wisst zurück.

Entlassen zwei Tage nach der OP als medizinisches Wunder, wandle ich bereits wieder unter den Menschen und kann auch bereits wieder vollumfänglich trainieren. Wenn ich von meinem durch ein Training in der Natur, angefetzten Fuß einmal absehe. Wenn ich noch an das Martyrium mit einem Leistenbruch denke, au weiha! Beispiel: Wäsche war fertig. Ich hole meinen Wäscheständer hervor und bugsierte ihn ins Bad. Jo, abends will ich dann duschen – steht der Ständer in der Wanne. Also will ich den herausholen. Was passiert? Ich bleibe, natürlich, an der Türkante hängen und hau mir die Ecke vom Ständer voll auf die Naht!

Mein lieber Scholli! Daher gilt: Besser gesund und munter, als komplett im Eimer.

Muss ich durch.

Ihr kennt die Filme „Kickboxer 1-3?“ Stimmt alles!

Gut, ich räume ein, das ich in der Kampfsportszene ein Anfänger bin. Kann ja sein das ich mich schnell beeindrucken lasse? Ach nee – ich bin ja selbst ein Ausbilder. Auf einem völlig anderen Gebiet zwar (Schwarzgurt in Heckler & Koch) – doch Spaß beiseite: Gehen wir einfach davon aus das ich vernünftig hinsehe für Euch. Zumindest weiß ich ja, WO und WIE ich Informationen aus erster Hand beschaffen kann! Aus der journalistischen Zunft, eher unerwartet ich weiß, doch da gewöhnen wir uns schon noch dran.

Heute: Kickboxen.
Trainer: Meister Christian.
Erscheinung: Typ Kleiderschrank.
Charakter: Großer Bruder, lustigen Spruch drauf.
Prädikat: Sehr sympathisch.
Bilanz: WAKO Weltmeister; WKA Int. Profi Deutscher Meister

Nachdem ich mich mit Meister Christian vorab unterhalten hatte, begann die Stunde. Humorvoll doch mit Plan, leitet er seinen Unterricht. Als die Gruppe warm ist geht es direkt los. Lockeres Sparring, die Intensität wird gesteigert und wieder entspannt.
Intervall artig.

In den kurzen Pausen wird sich gedehnt.

Kickboxen, besitzt viele äußerst interessante und wirksame Techniken, wie ich im Laufe der Stunde erkenne. Kombiniert werden beim Kickboxen Schläge und Tritte, fast wie im Karate – doch bitte beachten: Die Welt ist im Kampfsport nicht 3-D. Schnelligkeit, explosive Schlagkraft, kombiniert mit Tritten, wie von Brauereipferden sind eine gute Basis. Zu wissen WANN ein Angriff erfolgt, entspricht der vierten Dimension im Kampfsport und ist als Fähigkeit: Unersätzlich.

Schwer zu erlernen, doch machbar.

Meine Angriffe, beispielsweise, erkennt noch ein Blinder – deshalb liege ich ja auch meist auf der Matte. Kickboxer können nicht nur fies treten, sie sind zumeist auch hervorragende Boxer oder haben direkt aus dem Boxen herüber gewechselt, die wissen also wie sie erfolgreich einen Angriff verbergen, an täuschen oder wie die Körpersprache des Gegners zu „lesen“ ist.

Sehr bereichernd für das Repertoire eines Kämpfers oder einer Kämpferin.

Besonders, wenn man oder Frau auf Wettkämpfen, wie z.B.: dem K-1 mitmachen will. Für mich selbst sehe ich im Kickboxen leider keine große Zukunft. Mit Kickboxen kann ich meine Karatetechniken unterstützend schulen, grade in Sachen Tritttechniken, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination. Auch ist mir noch etwas Wichtiges aufgefallen: Beine sind länger als Arme!uchi2

Ja, Ihr lacht.

Wenn man einem guten Beintechniker gegenübersteht, wie hier einem Kickboxer oder einem Taekwondoka, kann das einen durchaus in arge Bedrängnis bringen. Bislang hatte ich mir gemerkt, das bei richtiger Distanz für einen Jab (Führungshand), auch die Distanz für einen sehr gut platzierten Low-Kick gegeben ist!

Ihr seht: Es ist also gar nicht so verkehrt, auch mal Mäuschen zu spielen, um die andere Systeme zu studieren. Nach dieser Trainingseinheit bin ich jedenfalls um einiges klüger und werde versuchen die Erkenntnisse in mein eigenes Repertoire einzubinden.

Danke Meister Christian.

Sven bedeutet „junger Krieger“ und der Name ist Programm. Daher ist es natürlich sehr spannend, auch die anderen Kampfsportarten bei uns in der Sportschule Chikara einmal zu beleuchten und meine Erfahrungen aufzuschreiben.

Wie Ihr ja wisst musste ich unters Messer. Das Vollkontaktkarate Training hatte ich deshalb, auf ärztlichen Rat hin, eingeschränkt, das war auch ratsam, denn: Mein Arzt fühlte sich nicht wohl bei dem Gedanken, das ich im Kyokushin Karate, mit blanken Fäusten und ohne weiteren Körperschutz kämpfe. Als ich ihm erklärte, das beim K-1 Training: Körperschutz, auch Boxhandschuhe Mund-, Kopf-, und sogar Schienbeinschutz verwendet werden und ihn fragte, ob ich das eventuell noch eine Weile machen dürfte, gab er mich wieder frei.
Allerdings mit der, äußerst ernstgemeinten Auflage, auf alle Beintechniken oberhalb der Hüfthöhe oder in Richtung unterer Bauch, zu verzichten!

„Das ist im K-1, sowieso etwas schwieriger für mich umzusetzen.“
„Warum?“ fragt mein Arzt.
„Na, weil die meisten richtig gute Boxer oder Thaiboxer sind und daher mehr auf Kopftreffer
abgezielt wird. Ich habe also eher mit meiner Deckung zu tun.“

Wenn ich nicht 100% geben kann im Training, fühle ich mich schlecht. Meine Hoffnung war es, nach meiner Reparatur, stärker zurückzukehren, weil ich ja das Ziel habe in mein erstes Prüfungskumite zu gelangen und es zu überstehen.

Was darauf noch folgt? Wir werden sehen.

Manchmal bekomme ich Nachrichten zu den Bildern, die mich mit meinen Trainingspartnern zeigen. Spreche ich dann eher zurückhaltend von meinen Leistungen, kommen auch so Kommentare, wie:„Ach Quatsch, den machst Du platt! Einfach draufkloppen.“

Das ist mir unangenehm, wenn jemand so etwas an mich sagt. Vielleicht verstehe ich ja auch den Spaß nur noch nicht – evtl. ist das ja auch als Motivation gemeint. Sollte mir einmal ein etwas lockerer Spruch raus rutschen – kommt das nur aus dem Wissen, das ich nicht gekommen bin um jemanden zu besiegen zu wollen, außer mich selbst. Doch ich räume Folgendes ein: In meinem Kopf muss ich dieses Bild visualisieren können auch deutlich größere Gegner zu besiegen – daher studiere ich meine Gegner sehr, sehr genau und merke mir ihre Stärken und Schwächen. Darauf richtig zu reagieren kann mir einen Sieg bescheren, völlig klar. Doch ich würde das niemals aussprechen vor anderen.

Hiermit würde ich mich auf einen Platz begeben, der mir absolut nicht zusteht.

„Finde Deinen Platz“ heißt es in der „Reise nach Ixtlan“, einem Buch von Carlos Castaneda, als er beschreibt, wie seine Hauptfigur in die Gemeinschaft von Kriegern (Indianern) aufgenommen wird.

In einem Vergleich aus der Tierwelt, würde ich von mir als einen Dackel in einem Wolfsrudel sprechen: Der Leitwolf sitzt ganz oben auf dem Hügel, dann folgen alle anderen, gemäß ihrem Rang innerhalb des Rudels.

Ein Dackel unter Wölfen!

Gewiss: Ein Dackel trägt natürlich auch noch den Wolf in sich, ist mit Sicherheit ein hervorragender, zuverlässiger Jagdhund und bleibt bis ins hohe Alter lernfähig, doch bis der Vollmond am Himmel steht an dem der Wolf aus diesem Dackel hervorbricht, wird es noch etwas dauern.

Wir werden es zusammen erleben.

Bis dahin: Keep calm and practice the sport you love.

Osu.

Euer Uchi Deshi
Wie es weitergeht? Das erfahrt Ihr nur hier: Auf German Fightnews!

 

 

 

 

 

FA Hagen

 

 

 

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