Das war die UFC Fight Night 2015 in Berlin!

UFC 7 kleinEine Woche ist seit der UFC Fight Night in Berlin vergangen. Wir hatten in vielen kleinen Beiträgen und einem längeren Bericht über Nick Hein geschrieben. Nachdem man nun einiges hat sacken lassen, wollen wir ohne überschwängliche Emotionen einen Rückblick auf alle Kämpfe wagen.

 

Kampf 1 Bantamgewicht: Ulka Sasaki vs. Taylor Lapilus

Der erste Kampf des Abends war eine kleine Enttäuschung für uns, da wir vom Japaner Ulka Sasaki mehr erwartet hatten. Doch den Part des dominanten Kämpfers übernahm dafür Taylor Lapilus, der mit vielen sehenswerten Aktionen seinem Gegner keine Chance ließ und am Ende in Runde 2 eine gelungene Vorstellung mit einem “Ground & Pound“ Sieg krönte.

Sieger durch TKO nach 1:26 Minuten in Runde 2: Taylor Lapilus

Kampf 2 Leichtgewicht: Magomed Mustafaev vs. Piotr Hallmann

Im zweiten Kampf des Abends hieß der lachende Sieger Magomed Mustafaev, der mit tollen Serien von Schlägen den Kampf besonders im Stand dominieren konnte und Hallmann in der ersten Runde ordentlich anklingelte. Hallmann war aber nicht wehrlos, konnte den Kampf zwischenzeitlich auch auf den Boden verlagern, wo er aus der Mount zum Kopf von Mustafaev arbeitete, aber keine entscheidenden Treffer ins Ziel bringen konnte. Dass die Guard aber kein Nachteil sein muss, bewies Mustafaev, der es verstand, seinen Gegner in dessen Topposition keinen Raum für Aktionen zu lassen. Im Stand war Mustafaev weiter obenauf und brachte starke Rechte ins Ziel. Nachdem Hallmann am Auge einen tiefen, stark blutenden, Cut erlitten hatte, ließ der Referee diesen vom Arzt überprüfen, der die Verletzung als schwerwiegend einstufte. So wurde der Kampf gestoppt und Mustafaev zum strahlenden TKO-Sieger ernannt.

Sieger durch TKO nach 3:24 Minuten: Magomed Mustafaev

Kampf 3 Mittelgewicht: Scott Askham vs. Antonio Dos Santos

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Cage in Berlin

Nach kurzem Abtasten versuchte Askham mit einem Kick zum Kopf zu starten, was jedoch misslang und Dos Santos eine gute Chance eröffnete, einen Takedown einzuleiten, welcher aber ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt war. Stattdessen gab es zähes Clinchen am Käfig. Dann jedoch eröffnete eine sehenswerte 1-2 Kombination von Dos Santos einen tollen Kampf. Die Kombination konnte von Askham via Uppercut fulminant gekontert werden und schickte Dos Santos kurzfristig zu Boden. Der Brite jagte nun Dos Santos durch den Cage und konnte mit einem Uppercut und zwei darauf folgenden knackigen Knien zum Kopf den Kampf vorzeitig beenden.

Sieger durch KO nach 2:52 in Runde 1: Scott Askham

Kampf 4 Federgewicht: Niklas Bäckström vs. Noad Lahat

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Britische Kreuzritter in Berlin

Im Duell zwischen Noad Lahat und Niklas Bäckström erlebten die Zuschauer drei unterschiedliche Runden. In der ersten Runde war Bäckström der Kämpfer mit dem deutlichen Plus an Aktionen. Die Ecke von Lahat schien aber in der Rundenpause gute Arbeit geleistet zu haben. Lahat dominierte die zweite Runde, brachte Knie zum Kopf und schnelle Fäuste zum Kinn von Bäckström, der zwar wackelte, aber nicht fiel. Fast gelang Lahat sogar ein Armbar, doch Bäckström konnte sich mit letzter Kraft befreien. Bäckström wirkte sehr entkräftet, wurde aber durch das Signal zur Rundenpause gerettet. Der frischere Lahat kam auch besser und erholter in die dritte Runde, doch ein Takedown von Bäckström, mit der er die Topposition erlangte, überraschte den Israeli. Der Schwede, der sich in Runde 2 kaum noch auf den Beinen halten konnte, nun mit der berühmten zweiten Luft, mit der er den Kampf wieder offen gestalten konnte.
Wir sahen die erste Runde knapp bei Bäckström, die Zweite bei Lahat und die dritte Runde war aus unserer Sicht ausgeglichen.
Die Punktrichter sahen dagegen Noad Lahat nach Punkten vorne, was von dem Publikum mit einem kurzen Pfeifkonzert quittiert wurde. Ein Unentschieden wäre vielleicht die charmantere Lösung gewesen, aber sicherlich war das kein Fehlurteil, sondern eine Auslegungssache in der es um Kleinigkeiten, also Nuancen ging.

Sieger nach Punkten (mehrheitlich): Noad Lahat

Erste große Enttäuschung aus deutscher Sicht!

Kampf 5  Federgewicht: Alan Omer vs. Arnold Allen

Alan Omer betrat sehr entschlossen den Cage und wollte im zweiten Kampf seinen ersten Sieg in der UFC feiern. Dementsprechend startete er rasch aus seiner Ecke, brachte sofort eine Rechte und schickt eine gute Linke an den Adressaten Arnold Allen. Omer war der deutlich aktivere und schnellere der beiden agilen Kämpfer, doch auch der Brite brachte zwischenzeitlich gute Treffer ins Ziel und konnte Omer sogar kurz zu Boden drücken, jedoch ohne einen Vorteil daraus zu erzielen.

Allen klein

Allen gewann gegen Alan Omer

In Runde 2 konnte der Stuttgarter Arnold Allen kurzfristig zu Boden bringen und immer wieder mit schnellen Händen zum Kopf des Engländers punkten. Runde 2 ging klar an Omer.

In der dritten Runde brauchte Omer eigentlich nur noch zu taktieren, doch das war anscheinend nicht der Matchplan gewesen, sich nach zwei gewonnen Runden in Sicherheit zu wiegen. Mit einem gelungenen Takedown konnte er seinen Gegner erneut zu Boden bringen und traktierte ihn immer wieder mit Fäusten. Omer wirkte noch entschlossener als in den Runden zuvor und es schien fast so, als wolle er mit allen Mitteln den Zuschauern einen vorzeitigen Sieg schenken. Dieses Vorhaben ging allerdings gewaltig in Hose, denn dann geschah für uns vor dem Cage das Unfassbare: Aus dem Nichts kassierte der Stuttgarter Stallion Cage Athlet einen Guillotine Choke, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte und abklopfen musste. Wir waren fassungslos, da der Deutsch-Kurde einen sicher geglaubten Sieg vor unseren Augen verschenkt hatte.

Omer hatte den Kampf dominiert, lag deutlich nach Punkten vorne und sogar in der dritten Runde, wo er sich hätte zurücklehnen können, gab er Gas, hätte spätestens nach den ersten guten Aktionen nur noch taktieren müssen. Sehr schade, dass Omer so einen Kampf verliert, somit die zweite unglückliche Niederlage in der UFC für den Stuttgarter.

Sieger durch Guillotine Choke nach 1:41 in Runde 3: Arnold Allen

Kampf 6 Leichtgewicht: Mairbek Taisumov vs. Alan Patrick

Taisumov klein

Kleiner Betriebsunfall bei seinem Sieg: Taisumov

Nach der Enttäuschung zuvor, durch Alan Omer, kam anschließend der Auftritt von Mairbek Taisumov. Sein Gegner Alan Patrick aber hatte die ersten markanten Aktionen auf seiner Seite. Der Brasilianer stürmte gleich zu Beginn in den Mann, um ihn zu Fall zu bringen, aber er schaffte keinen Takedown. Schnell wurde klar, dass Patrick seine Chance in einem schnellen vorzeitigen Sieg sah, statt sich auf ein langes Duell um die Punkte einzulassen. Der Brasilianer war sehr beweglich, ein guter Kick zum Kopf von Taisumov, welcher jedoch keinen Schaden hinterließ, sollte eine der wenigen auffälligen Aktionen von Patrick in diesem Kampf gewesen sein. Stattdessen stach er unabsichtlich Taisumov den Finger ins Auge. Der Referee musste den Kampf stoppen und den Arzt konsultieren, der Taisumovs Auge inspizierte. Nach einer etwas längeren Diskussion zwischen Kämpfer und Doc, versuchte Taisumov weiterzumachen und er tat gut daran. Ein sehr schöner Kick zum Kopf von Patrick, läutete nun seine Ära im Käfig ein, der schöne Fäuste hinterher sendete, allerdings vorerst ohne Wirkung. Patrick versuchte es immer wieder mit Capoeira Bewegungen und Kicks, seinen Gegner aus der Balance zu bringen. Die Runde ging mit leichten Vorteilen an Taisumov, der eine deutliche Schwellung unter dem linken Auge sein Eigen nennen durfte.

In Runde 2 kam dann, nach anderthalb Minuten, der große Auftritt von Taisumov. Ein sehenswerter Kick zum Kopf von Patrick, der ihn zu Fall brachte, nutzte der Russe sofort aus und bearbeitete den am Boden liegenden Brasilianer mit Fäusten zum Kopf. Der Referee konnte nur noch dazwischen gehen und somit gewann Taisumov den Kampf durch TKO und setzte ein erstes großes Highlight an diesem Abend.

Sieger durch TKO nach 1:30 Minuten in Runde 2: Mairbek Taisumov

Kampf 7 Federgewicht: Makwan Amirkhani vs. Masio Fullen

Auf den siebten Kampf des Abends waren wir besonders gespannt, denn zwei furiose Kämpfer, die beide als Submission Maschinen gelten, betraten die Bühne. Der Auftritt des Finnland-Kurden Makwan Amirkhani war spektakulär, denn er begrüßt die Zuschauer mit Flickflack. Ob das den ansonsten als selbstbewusst geltenden Fullen beeindruckte, vermochte man nicht zu prognostizieren, aber er war nur Beiwerk bei einer Amirkhani UFC Show. Er brachte Fullen mit einem schnellen Takedown zu Boden und befand sich, wie ein Fisch im Wasser, in seinem Element. Einmal dort, ließ er Fullen keinerlei Entfaltungsmöglichkeiten, der nur noch versuchte zu überleben. Makwan Amirkhani war allerdings gnadenlos und wusste was er wollte, den Hals von Fullen und so gewann er mit einem Rear Naked Choke aus der Backmount. Wieder ein schneller Sieg für Amirkhani und eine große Freude für die Zuschauer, die zum ersten Mal an diesem Abend aus dem Häuschen waren.

UFC3 kleinNach dem Kampf suchte Amirkhani im Cage stehend seine Mutter im Publikum, was auch von der Kamera eingefangen und über die Bildschirme eingeblendet wurde. Herzzerreißende Szenen, beide weinten und lachten gleichzeitig vor Glück und das Publikum war deutlich von dieser Darbietung begeistert und begleiteten diese Szenen mit viel Jubel und tosendem Beifall.

Sieger durch Rear Naked Choke nach 1:41 Minute in Runde 1: Makwan Amirkhani

Der überzeugende Auftritt des Sergeant!

Kampf 8 Leichtgewicht: Nick Hein vs. Lukasz Sajewski

Zu einem von DJ Tomekk komponierten Song lief Nick Hein locker und selbstbewusst ein und zum ersten Mal war es auch sehr laut vor einem Duell in der O2 World, die erstmals regelrecht bebte.
Der Ex-Polizist kontrollierte den Kampf von Anfang bis zum Ende im Stand. Aus dem begnadeten Judoka ist ein Allrounder geworden. Zu seinen guten boxerischen Fähigkeiten sind auch harte Kicks dazugekommen. War er zuvor manchmal etwas ungestüm in seine Duelle gegangen, so zeigte er gegen Lukasz Sajewski eine taktisch kluge Leistung. Gleich mit der ersten Kombination traf er präzise. Der starke polnische Grappler versuchte darauf den Stand zu vermeiden und hebelte Nick Hein kurzfristig aus, aber ohne Erfolg, denn der Deutsche stand schneller wieder auf den Beinen, als er runter ging. Positiv: Hein hat an seiner Beinarbeit gearbeitet, alles sah flüssiger als noch vor einem Jahr aus. In der Zwischenzeit konnte Hein seinen Gegner sogar zu Boden bringen, UFC5 kleinaber ohne einen Nutzen daraus ziehen zu können. So ging die Runde entspannt an Hein.
In der zweiten Runde weitete der Sergeant seine Dominanz aus. Fäusten von Sajewski wich er blitzschnell aus und konterte nicht selten mit Kicks. Alles eine Nummer schneller als der bis dahin ungeschlagene Bodenspezialist aus Polen. Immer öfter kamen Fäuste zum Kopf vom mittlerweile verzweifelt wirkenden Sajewski, der gegen die Übermacht des Kölners nichts entgegenzusetzen hatte. Nick Hein gab den Takt auch in Runde 3 im Cage an.
Eine reife Vorstellung, sehr dominant und selbstsicher. Während Sajewski demoralisiert wirkte, war Hein immer noch fit wie ein Turnschuh. Eine gute Vorstellung von Hein, der nichts mehr anbrennen ließ und den Kampf sicher nach Hause schaukelte.

Seine Rede nach dem Ende des Kampfes hatte für Gänsehautmomente gesorgt. Mehr dazu aber im gesonderten Bericht (Hier klicken)

Einstimmiger Sieger nach Punkten: Nick Hein

Sobotta setzt noch einen drauf!

Kampf 9 Weltergewicht: Peter Sobotta vs. Steve Kennedy

Amirkhani Sobotta klein

Mr. Cool und Mr. Ice: Amirkhani und Peter Sobotta hatten allen Grund zufrieden zu sein.

Entschlossenheit hat einen neuen Namen verdient: Peter Sobotta! Wie er den Cage betrat, musste man sich fragen, ob man ein Double verpflichtet hatte. Und sein Kampf? Neben dem Hauptkampf mit das Beste was es am vergangenen Kampfabend zu sehen gab. Nach kurzem Abtasten warf Sobotta seinen Gegner Steve Kennedy regelrecht zu Boden, um kurze Zeit später das Szenario zu wiederholen und seinen perplexen Widersacher aus der Backmount zu kontrollieren. Ehe man sich versah, war der Kampf auch schon vorbei. Rear Naked Choke aus der Back Mount. (2 Min. 57 Sek. Kampfdauer)

Sieger durch Rear Naked Choke nach 2:57 in Runde 1: Peter Sobotta

Siver verliert unglücklich!

Kampf 10 Federgewicht: Dennis Siver vs Tatsuya Kawajiri

UFC Presse Kawajiri klein

Knapper Sieg für Kawajiri

Im Duell der Altmeister kämpften Tatsuya Kawajiri und Dennis Siver gegeneinander. Im Co-Mainfight ging es über die vollen 3 Runden. Der Japaner versuchte in der ersten Runde sein Glück mit Single-Leg-Takedowns, die aber genauso misslangen wie auch einige, technisch schön ausgeführte, Roundhouse Kicks, die wie aus dem Handbuch für Kampfsportler kamen, aber keinen Adressaten fanden. Siver selbst brauchte etwas um die Distanz zur japanischen Legende zu finden. Einmal gefunden, traf er mit guten Händen und einem Spinkick zum Körper, die aber keine Wirkung zeigten. Einzig als Siver stolperte, konnte Kawajiri für wenige Sekunden die Topposition erlangen, doch da war die erste Runde auch schon vorbei. Auf unserem Zettel hatten wir die Runde mit leichten Vorteilen und mangels Treffer des Japaners für Siver gewertet.
In der zweiten Runde konnte Siver erneut einen Spinkick anbringen, den Kawajiri mit einer missglückten Backfist zu beantworten versuchte, doch Siver konnte abtauchen. Anschließend war es dann soweit, Kawajiri schaffte es zum ersten Mal Siver zu Boden zu bringen, aber ohne daraus Profit schlagen zu können. Nach langem Clinch, in der Kawajiri hauptsächlich die Mount inne hatte, ging auch die zweite Runde zu Ende, welche sehr schwer zu bewerten war, da zwar der Japaner den Takedown erfolgreich anbringen konnte, aber in der Folge sich beide Akteure neutralisierten.

Runde 3: Kawajiri brachte einen Kick zum Solarplexus, Siver revanchierte sich mit einem Kick an den Oberschenkel und wurde mit einem Takedown gekontert, aus der er es schaffte, Kawajiri in der Guillotine zu fixieren. Die japanische Legende befreite sich jedoch. Schnell war der Kampf wieder im Stand. Doch Kawajiri setzte den nächsten gelungenen Takedown. Abermals konnte Kawajiri die Topposition nicht nutzen. Nach Kampfende war das Urteil der Punktrichter abzuwarten. Auf unserem Tableau hatten wir ein Unentschieden gewertet. Der Kampf war sehr schwierig zu werten. Und tatsächlich zeigte sich das auch am, für Siver enttäuschenden, Urteil von dreimal 28-29 gegen ihn.

Einstimmiger Sieger nach Punkten: Tatsuya Kawajiri

Jedrzejczyk verputzt Penne zum Frühstück!

Kampf 11 Strawweight: Joanna Jedrzejczyk vs. Jessica Penne

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Objekt der Begierde: Der UFC Gürtel von Joanna Jedrzejczyk

Runde 1: Ein sehr giftiges Duell gab es bei den Mädels zu sehen. Zur Eröffnung brachte Penne sofort eine Rechte rein, Jedrzejczyk zeigte sich allerdings unbeeindruckt. Danach folgten direkt zwei Cross an den Kopf von Penne. Die US-Amerikanerin versuchte danach Jedrzejczyk in den Bodenclinch zu ziehen, doch die Polin konnte abwehren. Doch dann ging es schnell, Links-Rechts-Kombination von Jedrzejczyk, die nochmals mit einer schweren Rechten nachlegte und Penne in den Staub schickte. Penne konnte zum Rundenende Jedrzejczyk noch einmal greifen und zu Boden werfen, allerdings ertönte das Signal zum Rundenende. Eine klare Angelegenheit für Jedrzejczyk.

Runde 2: Penne bekam direkt Tritte und Fäuste ins Gesicht und blutete stark aus der Nase. Penne traf nun ein schneller Schlaghagel. Jedrzejczyk zeigte sich hier als sehr starke Gegnerin. Sie schlug Penne immer wieder auf die blutende Nase. Penne wurde langsam hilflos. Man sah, dass die Deckung bei Penne klar fehlte und sie deswegen immer wieder unzählige Schläge kassierte. Man wollte gar nicht mehr hinsehen. Penne war mittlerweile im Gesicht blutüberströmt und absolut demoralisiert. Rundenende. Penne musste viel einstecken und hatte einen tiefen Cut an der Nasenwurzel. Zuschauer raunten selbst bei der Wiederholung der Szenen in der Rundenpause.

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Verspeiste Penne zum Frühstück: Joanna Jedrzejczyk

Runde 3: Penne bewies jedoch einen starken Willen. Nichtsdestotrotz war Jedrzejczyk sehr schnell und bearbeitete Penne weiterhin mit Kicks und fliegenden Fäusten. Ein letzter, verzweifelter Versuch von Penne einen Takedown umzusetzen verlief jedoch ins Leere. Jedrzejczyk zeigte sich unerbittlich. Schlussendlich hatte der Referee Einsehen und beendete den ungleichen Kampf.

Siegerin durch TKO nach 4:22 Minuten in Runde 3 und damit alte und neue Weltmeisterin nach Version der UFC: Joanna Jedrzejczyk

Trotz unserer Begeisterung für die Veranstaltung und deren Organisation, waren es aber genau diese blutigen Szenen im Kampf Penne vs. Jedrzejczyk, weshalb es so schwer in Deutschland ist, diesen Sport salonfähig zu machen. Der Referee hätte den Kampf längst abbrechen müssen, aber tat dies viel zu spät und zum Leidwesen der Bemühungen, Mixed Martial Arts als Sport in Deutschland zu etablieren.

Eine große Enttäuschung gab es für uns auch bei der anschließenden Pressekonferenz. Nick Hein fehlte. So gab es auch von der örtlichen Konkurrenz lediglich eine Frage an Sobotta, sonst viele Fragen der internationalen Kollegen an Jedrzejczyk, die viele Lacher auf ihrer Seite hatte. Eine bemerkenswerte und sehr selbstbewusste junge Dame, die sich schon selbst auf einer Stufe mit Leuten wie Ronda Rousey oder Connor McGregor sieht und allemal das Zeug hat, auf den Olymp der UFC zu klettern.

Aber Peter Sobotta war für uns der Gewinner des letzten Samstags. Er legte eine tolle Leistung hin, zeigte MMA auf höchstem Niveau und warb für den Sport, den man eigentlich in den Vordergrund stellen muss: Technisch ansehnlicher Kampfsport!

UFC Presse2 klein

Kommt die UFC 2016 zurück nach Deutschland?

Die Halle war gut gefüllt, aber leider nicht ausverkauft. Nach dem Ausfall von Gustafsson gab es außer Jedrzejczyk keine großen Superstars, die jedoch notwendig sind, um eine Halle auszufüllen. Ob die UFC nächstes Jahr erneut nach Deutschland bzw. Berlin zurückkehrt, ließ man auch offen. Aber warum muss man auch erneut in Berlin Halt machen? NRW hätte mit Köln erneut eine Chance verdient, genau wie der Ruhrpott und natürlich Frankfurt, alles in zentraler Lage und als MMA Hochburgen mit den meisten Fans in Deutschland. Man sollte dabei nicht auf vergangene, enttäuschende Ergebnisse zurückblicken, sondern darauf bauen, dass MMA in Deutschland wächst und sich viel getan hat in den letzten Jahren.

Also liebe UFC, bitte komm zurück nächstes Jahr und sehr gerne in NRW oder in Hessen mit mehr Deutschen Stars wie Saba Bolaghi, Ruben Crawford, Abu Azaitar, Khalid Taha oder Daniel Weichel.

 

von A. Revada, S. Freitag, M. Schneider

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Wusstet ihr schon, dass hinter GFN mehr steckt als nur Kampfsport? GFN engagiert sich für die Umwelt, gegen Rassismus und für sauberen Sport und gegen Manipulation im Kampfsport. GFN ist auch European Fightnews, MMA Global, Takedown MMA, Fighter Wanted und vieles mehr…

 

 

 

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