FIGHT4MIGHT II: Zweite Ausgabe glänzt mit Feuer, Herz und Dynamik

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Am Samstag den 3. Oktober, am Tag der Deutschen Einheit, fand in Dortmund die zweite Auflage der Fight4Might statt. Man muss den Organisatoren ein Kompliment machen, die Kämpfe haben das Publikum größtenteils von den Hockern gerissen. Höhepunkt war der mitreißende K1 Fight zwischen Jan Engelhardt von den Musketeers Wuppertal gegen das Black Wolves Nürnberg Juwel Tarek Jassir Abdelkarim. Im Hauptkampf standen sich mit Islam Khapilaev und Isa Alre
ov zwei Tschetschenen gegenüber, aber überrascht hat uns ein ganz anderer Landsmann von den beiden, der erst vor 3 Monaten mit MMA angefangen haben soll: Khalid Dzhamaluev!

Aber erst einmal alles der Reihe nach. Den Eröffnungskampf im K1 bestritten Sindu Sri von MMA Marl gegen Abdelprofigtt Rahman El Aukachi vom Black Wolves Fight Club Nürnberg. Die Geschichte ist auch schnell erzählt, denn Sindu Sri holte sich hochverdient den einstimmigen Sieg gegen einen tapfer kämpfenden El Aukachi. Ein Interview mit Sindu Sri folgt in Kürze auf unserem YouTube Kanal von GFN.

Im zweiten Kampf des Tages gewann Nikodem Rys gegen Sebastiano Parisi nach einer engagierten Vorstellung mit 2:0 Punktrichterstimmen.

Ein kleines Highlight sind auch immer die Auftritte des erst 17-jährigen Joel Drude von den Faustkämpfern Essen. Der Modellathlet ist ein großes Talent und konnte das auch über weite Strecken in seinem Boxkampf gegen den erfahreneren Rustam Goltsmann zeigen. Wenn der Rohdiamant der Essener einmal geschliffen sein sollte und er auf dem Teppich bleibt, spricht nichts gegen eine spätere Karriere als Profiboxer. Seinen Kampf gewann der junge Athlet einstimmig nach Punkten.

Obacht liebe Kampfsportgemeinde, die Vestside Warriors haben gestern einen weiteren talentierten Kämpfer fm7präsentiert. Guy da Silva heißt der 18-jährige Sympathieträger, der in Zukunft im MMA wirbeln soll. Gestern gab das Talent aber erstmals eine gute Figur im K1 ab, zeigte damit auch, dass die Warriors in allen Bereichen hervorragende Trainer besitzen, die ihre zumeist sehr jungen Athleten sehr gut weiterentwickeln. Guy da Silva gewann seinen Kampf gegen Fight Palast Iserlohn Kämpfer Dawid Szczyrba einstimmig nach Punkten. Trotzdem durfte man auch dem Iserlohner Athleten einen guten Kampf bescheinigen.

Nach den vielen Punktsiegen zum Auftakt, gab es den ersten vorzeitigen Sieg zu bestaunen. Im fünften Kampf des Tages holte MMA Marl mit ihrem Schützling Dimitrij Bauer im K1 Fight gegen Cüneyt Yurdagül von den Musketeers Wuppertal den Sieg. Bauer gewann durch TKO in der 2. Runde und konnte so den zweiten Sieg im zweiten Kampf für die Marler holen. Festzuhalten bleibt aber, dass Yurdagül gerade in der ersten Runde gute Ansätze zeigte, mit Low- und Powerkicks sehr dominant war. Bauer zeigte dagegen besonders in Runde 2 überlegenes Boxen und konnte letzlich seinem Gegner so den Zahn ziehen.

Ein hohes Tempo zeigten Tobias Rothenspieler vom Fight Palast Iserlohn und Lukas Frechen vom Combat Club Bonn in einem weiteren K1 Duell. Nach ausgeglichener erster Runde konnte sich Lukas Frechen in der zweiten Runde absetzen. Der Sieg kam dann aber trotzdem unerwartet vorzeitig, da er nicht durch eine Schlagwirkung zustande kam, sondern durch einen unglücklichen Sturz von Tobias Rothenspieler, der auf sein Kinn fiel und Kampfunfähig blieb. So wurde der Kampf vorzeitig abgebrochen und bis zu diesem Zeitpunkt gewertet. Sieger nach fm5Punkten wurde Lukas Frechen vom Combat Club Bonn.

Auch die University of Fighting aus Düsseldorf hatte Athleten nach Dortmund entsandt. Mit Aziz Darka präsentierten sie einen starken jungen Athleten, der in seinem K1 Kampf gegen Rinaldo Steinfeld vom Hara-Chi-Do einen überlegenen Sieg verbuchen konnte. Der Düsseldorfer gewann durch TKO in der 3. Runde.

Und auch im 7. von 8 Kämpfen wurde wieder K1 zelebriert. Arthur Robock vs. Haci Koyun hieß es in einem Kampf zwischen zwei jungen Kämpfern, bei dem Koyun den einstimmigen Punktsieg für Fight Gym Hagen holen konnte. Trotz der leichten Dominanz von Koyun, konnte auch Robock, der nach einer Verletzung sein Comeback feierte, gefallen.

Wenn zwei Kämpfer auf einem Level kämpfen, heißt das Urteil meistens Unentschieden. So war es dann auch im K1 Kampf zwischen Yadascht Saleh vom Kampfsportzentrum Wicke/ Team Wietzorreck gegen Gino Meyer vom Combat Club Bonn. In einem sehr unterhaltsamen Kampf, mit hohem Tempo, konnte sich keiner der Kämpfer entscheidend absetzen, sodass das Unentschieden der sehr guten Jury das Kampfgeschehen exakt wiedergab.

Nun kommen wir zum FIGHT OF THE NIGHT!

Den zeigten Musketeers Wuppertal Schützling Jan Engelhardt und Tarek Jassir Abdelkarim von den Black Wolves Nürnberg in einem weiteren K1 Fight der Extraklasse. OK, der Fight war stellenweise wild, aber mit einem unmenschlichen Tempo. Die Zuschauer waren schier aus dem Häuschen und auch wir mussten uns an unseren Plätzen festhalten. Beide landeten in den beiden ersten Runden harte Treffer und zu Beginn konnte man keine klaren Vorteile auf einer der Seiten erkennen. In der dritten Runde war Engelhardt am Ende seiner Kräfte, so sehr, dass fast jeder andere Fighter schon längst aufgegeben hätte. Doch der junge Athlet, der von Björn Schmiedeberg gecoacht wurde, zeigte das Herz eines Löwen. Das war Kampfsport, wie man es sich wünscht und großer Sport, bei dem an anderer Stelle nicht selten Helden geboren werden.

Fm2Der technisch versierte Tarek Jassir Abdelkarim erinnert etwas an den großen Badr Hari und konnte den Kampf am Ende auch dank seiner besseren Kondition für sich entscheiden. Für uns sind aber beide Jungs Gewinner, die bis zum letzten Korn alles aus sich herausholten, als würden sie gerade im berühmt berüchtigten Rumble in the Jungle kämpfen – Kampfgeist der in jedes Lehrbuch gehört!

Der einstimmige Punktsieg von Abdelkarim bleibt bei diesem Kampf eine Randnotiz, die sicherlich auch wichtig ist. Aber übrig bleibt der großartige Wille und Sport, den wir alle so lieben – Danke Jungs!!! Beide möchten wir sobald wie möglich wieder kämpfen sehen.

Endlich gab es auch den ersten MMA Kampf zu sehen. Im Semi Pro Duell zwischen Lukasz Zielonka von Fighter Emsteck und Zaur Magamedov vom Black Wolves Fight Club Nürnberg gab es auch die Spezialität von vielen großen Kämpfern, den Armbar zu sehen! Den holte sich in der ersten Runde der Emstecker Zielonka und blieb uns nachhaltig im Gedächtnis.

Im 12. Match des Abends gab es dann noch einen K.O zu bestaunen. Der zweite University of Fighting Kämpfer Rasul Malsagov besiegte nach 1:10 Minuten Kampfdauer seinen Gegner Ibrahim Bakain durch K.O. in der ersten Runde.

Osama El Zein hatten wir gestern eher als MMA Kämpfer auf dem Zettel, der seinen Gegner mit fantastischen fm1Elementen aus dem Ringen bearbeitet. Doch wir bekamen einen Auftritt vom sonst eher zurückhaltenden Athleten zu sehen, der an einen jungen Roy Jones im Boxen erinnerte. Sein Gegner Jens Geesken vom United Fight Team musste nach einem fulminanten Schlaghagel des Vestside Warriors die Segel streichen. Geeskens zeigte keine Gegenwehr, sodass der Kampfabbruch nach wenigen Sekunden die logische Konsequenz war.

Im 14. Kampf kam es zu einem technisch sehr schönen Kampf zwischen dem Franzosen Yann Bakisi vom Team RS Lyon und Alexander Wesner von Fighter Emsteck. In der ersten Runde nahmen sich die beiden Athleten nicht viel, beide arbeiteten fleißig und zeigten einen technisch abwechslungsreichen Kampf. In der zweiten Runde konnte sich Wesner leichte Vorteile erarbeiten, indem er unter anderem viel länger die dominanten Positionen am Boden hielt und einen Überschuss an Aktionen zeigte. Am einstimmigen Sieg von Wesner gab es bei der guten Vorstellung beider Kämpfer nichts zu rütteln und wurde auch von seinem Gegner Yann Bakisi mit Applaus bedacht. Sowohl der Emstecker, wie auch der Franzose sind eine Bereicherung für jede ambitionierte Veranstaltung und wir sind uns sicher, beide in naher Zukunft wiederzusehen.

Einen unglaublichen MMA Pro Fight zeigten Lasha Jiquiri vom Team RS Lyon und die Neuentdeckung Khalid Dzhamaluev vom Black Wolves Fight Club Nürnberg. Beide Kämpfer zeigten gute Muay Thai Elemente im Stand, Jiquiri war am Boden viel mit Groundandpound zu Kopf seines Gegners aktiv, der Tschetschene Dzhamaluev arbeitete ausschließlich an Leg Hooks und Heel Hooks, die aber in der ersten Runde nicht von Erfolg gekrönt wurden.

In der zweiten Runde konnte der Nürnberger dominanter starten und holte sich letztendlich nach einem starken Auftritt den Sieg durch Armbar in Runde 2. Dieser Kampf hätte es sicherlich auch verdient gehabt, die Fight of the fm4Night-Ehrung zu holen. Das Erstaunliche bei diesem MMA Pro Kampf war, dass Dzhamaluev erst seit 3 Monaten mit MMA begonnen hat, in seiner Heimat Tschetschenien lediglich Muay Thai gemacht haben soll. Doch die Stärke des Neu Nürnbergers ist dann doch eher der Bodenkampf, zu deutlich waren seine dominanten Versuche, den Kampf mit einer Submission zu beenden, was ja letztendlich in der zweiten Runde gegen den aggressiv kämpfenden Franzosen gelang.

Im Hauptkampf wurde dann Tschetschenisch gesprochen, was ja schon ungewöhnlich ist, da es normalerweise heißt, dass Kämpfer aus der Kaukasusrepublik nicht gegeneinander antreten. Allerdings darf man diese Entscheidung von Islam Khapilaev und Isa Alereov begrüßen. Man kann sich kaum vorstellen, dass diese Nation mit tollen Kämpfern in ihrer Heimat keine Wettkämpfe gegeneinander austragen. Wie sonst sollen sie so gut werden? Es geht ja nicht um blanken Hass oder einen Krieg, sondern um den sportlichen Vergleich unter Athleten.

Diesen gewann übrigens Islam Khapilaev nach 2:30 Minuten in der ersten Runde durch Armbar. Der frühere Judoka zeigte mit seiner Darbietung, dass er sehr gute Anlagen besitzt, um im Deutschen MMA einiges durcheinanderzuwirbeln. Mit erstem Abtasten im Stand, den beide Kämpfer mit Kicks begannen, belauerten sich die beiden Landsleute. Khapilaev holte sich dann aber den ersten Takedown, konnte jedoch die Position nicht zu seinen Gunsten nutzen. Alereov konnte anschließend selbst den nächsten Takedown anbringen, landete allerdings in Khapilaevs Guard, der blitzschnell mit dem Armbar abschließen konnte.

fm6Der nächste Auftritt von Khapilaev findet bei der GMC 7 am 7. November in Castrop-Rauxel statt.

Man durfte mit den Paarungen bei der zweiten Ausgabe der Fight4Might mehr als zufrieden sein. Die Zuschauer sahen 16 spannende Fights. Einziger Wermutstropfen war sicherlich die nicht ganz ausgefüllte Arena-Dortmund Räumlichkeit, was aber wahrscheinlich mit dem strammen Eintritt von 25 Euro für eine ambitionierte Hausgala zu tun haben könnte. Trotzdem muss man das Matchmaking von AJ Jerzewski loben, der es schaffte, viele gute regionale Kämpfer, nationale und internationale Athleten bei einer guten Hausgala zu platzieren. Es würde dem Event nicht schaden, den nächsten Schritt zu wagen und in eine größere Eventhalle am 1.Mai 2016 zu wechseln. Denn die Organisation und der Ablauf waren mehr als zufriedenstellend. Ein großes Lob muss man an dieser Stelle auch an die Jury gerichtet werden. Es gab nicht eine Entscheidung, die man hinterfragen musste.

 

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