von Uwe Betker

KlitschkoAm 31. Oktober 2015 wird es in Hamburg, im Universum Gym, einen viel versprechenden Frauenboxkampf zu sehen gegen. Die beiden ungeschlagenen Leichtgewichtlerinnen Derya Saki (7 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO) und Alicia Melina Kummer (8 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO) werden gegeneinander antreten. Dabei geht es um den vakanten Weltmeistertitel der GBC. Man kann natürlich hinter diesen WM-Titel des Global Boxing Council ein Fragezeichen machen. Aber die Kampfansetzung ist gut.
Das Leichtgewicht ist in Deutschland gut besetzt. Nicole Wesner (11 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO), Beke Bas (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) und Alicia Melina Kummer sind die besten drei. Kummer rangiert auf Position 32 der unabhängigen Weltrangliste. Saki wird im Augenblick nicht in den Ranglisten geführt, weil sie mehr als ein Jahr nicht geboxt hatte. In ihrem letzten Kampf, am 03.05.2014, wurde sie aber immerhin auch schon mal Titelträgerin der GBC.
Bemerkenswert ist schon mal, dass hier zwei der ungeschlagenen Talente in Deutschland gegeneinander antreten, profigttwas selten ist. Allein das verspricht Spannung. Auch im Kampfstil passen die beiden zueinander. Die Lokalmatadorin Kummer hat sich zu einer respektierten Kämpferin, bzw. KO-Schlägerin entwickelt. Dabei sah es am Anfang ihrer Karriere eher danach aus, als wäre das Profiboxen nur ein PR-Gag. Sie stieg in den Ring als “Miss Schleswig Holstein” und ihr Profidebüt bei FFM Box Promotion in Kaarst, begeisterte mich nicht gerade, trotz KO. Aber die 27-jährige Kummer, die im Niedersächsischen Buchholz geboren wurde und nun in Hamburg lebt, betreibt das Profiboxen wohl doch ernsthaft. Sie hat einen richtig guten Punch, den sie schon mehrfach durch spektakuläre KOs unter Beweis stellte. Technisch ist sie, wie mir scheint, noch nicht ganz ausgereift. Das konnte man auch an ihrem letzten Kampf sehen, dem einzigen, der über die angesetzte Zeit ging.

lux2Derya Saki ist eher eine Technikerin. Sie boxt ihre Gegnerinnen aus. Die 25-jährige Krefelderin Saki steigt nach einer fast eineinhalbjährigen Pause in den Ring. Sie bekam schlicht keine Kämpfe. Ihr Trainer Mannie Faber vermutet, dass die meisten Veranstalter Angst um ihre Boxerinnen haben, weshalb Saki so schwer Kämpfe bekommt. Saki ist eine gut ausgebildete Boxerin mit einem starken Jab. Sie hat auch Schlagkraft, ließ jedoch den Killerinstinkt manchmal vermissen. Faber plant schon für die Zukunft. Er will mit Saki, nicht zuletzt weil es in Deutschland so schwierig ist, für Kämpfe in die USA oder nach Südamerika gehen. Er geht davon aus, dass seine Boxerin sich dort durchsetzen wird. Dafür sollte sie aber den Kampf gegen Kummer gewinnen.
Wie schon gesagt, die Kampfansetzung Saki vs. Kummer ist wirklich gut. So was braucht das Frauenboxen in Deutschland, um attraktiver zu werden. Leider sind aber hiesige TV-Stationen zurzeit wohl nicht bereit, Frauenboxen zu zeigen.
© Uwe Betker

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