Roy Jones Jr vs. Enzo Maccarinelli und die Selbstdemontage eines Boxidols

“Mein Gott, wie kann ein Boxer so gut sein?“

Diese Frage stellte ich mir immer und immer wieder, als ich in den 90er Jahren erstmals Roy Jones Jr. boxen sah. Er hatte wirklich das Zeug, einer der Größten zu sein, vielleicht sogar ein zweiter Muhammed Ali. Die Geschwindigkeit, diese wahnsinnige Dynamik  und diese unfassbare Technik. Er war ein boxender Halbgott, ein Phänomen, ein Idol für viele nach ihm kommende Kampfsportler in aller Welt. Von den USA, über Deutschland, den Sudan bis hin zum weitesten Punkt der Erde Australien, überall sprach man seinen Namen mit Ehrfurcht aus.   profifightshop2

Was bewegt aber diesen alternden Roy Jones, sich derart selbst zu demontieren? Ist es das Geld oder einfach nur der Wettkampf? Vielleicht sollte ich Ehrfurcht vor diesem Mann haben, da er nicht aufgibt, obwohl er gar nicht mehr weiter kann. Roy Jones aber hat es nicht verdient derart gedemütigt zu werden. Gibt es eigentlich keine Weltbehörde, die abgehalfterten Boxern auf die Beine hilft, sorgt, dass ihr Andenken auch zu Lebzeiten gewahrt wird?

Es kommt mir wie ein Alptraum vor, wenn ich Jones jr. sehe. Mein Fan-Herz blutet mit jedem Schlag und sagt leise: „Roy, es war Zeit für dich, verpass‘ aber jetzt wenigstens nicht den letzten Zug!“

Attila Revada
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