​Der stark in die Kritik geratene Olympische Box-Weltverband AIBA hat mehrere Ring- und Kampfrichter nach unzähligen   fragwürdigen Entscheidungen von den Spielen in Rio de Janeiro zurückgezogen und damit indirekt Fehlurteile eingeräumt. 

Die AIBA teilte mit, dass „weniger als eine Handvoll von Entscheidungen“ nicht auf dem erwartenden Niveau getroffen seien. Angeblich habe man 239 Entscheidungen überprüft, allerdings würde sich an den Kampf-Ergebnissen nichts mehr ändern. 

Eine Handvoll? Das sehen Vertreter der freien Presse aber auch bekannte Medien weltweit, sowie in Deutschland anders. In Deutschland allerdings ohne auf das schmeichelhafte Ergebnis des Deutschen Vertreters Artem Harutyunyan gegen den Türken Batuhan Gözgec einzugehen, den der Deutsche nach Auffassung der Punktrichter 3:0 besiegt haben soll. Tatsächlich war aber auch dieses Ergebnis nicht so eindeutig wie es das Urteil vermuten lässt, aber sicherlich nicht ganz so grotesk wie der Fall des irischen Boxers Michael Conlan, der seinen Russischen Gegner Wladimir Olegowitsch Nikitin  3 Runden lang durch den Ring prügelte und sich am Ende, wie auch die ganze Welt, über einen 3:0 Sieg des Russen wunderte. 

Conlan konnte das Urteil überhaupt nicht fassen und ließ seinen Gefühlen freien Lauf. „Betrügerische Bastarde“, platze es vor laufenden Kameras aus Conlan heraus. „Sie sind Betrüger. Sie bezahlen jeden. Es ist mir scheißegal, dass ich im Fernsehen fluche“, sagte der 24-Jährige Bronze-Gewinner der Spiele 2012 in London. Die Verantwortlichen seien „betrügerische Bastarde. Ich werde nie wieder unter der AIBA boxen. Es ist bekannt, dass sie Betrüger sind. Sie werden immer Betrüger sein. Das Amateurboxen stinkt vom Kern bis zur Spitze“, so Conlan weiter. 

Die Reaktion der AIBA? Sie behauptet  aufgrund der jüngsten Urteile „umgehend und angemessen“ reagiert zu haben, eine Handvoll Ring- und Punktrichter abgezogen zu haben. Wohlgemerkt ohne Namen und die genauen Gründe zu nennen. Nennt man so etwas nicht auch Augenwischerei?
Mehr als fragwürdig möchte man meinen und man würde sich wünschen, dass man den Verband von Seiten der Justiz etwas genauer unter die Lupe nimmt, um den „Kern allen Übels“ zu finden. Aber bekanntlich findet man diesen am Kopf, nicht umsonst heißt es auch, „der Fisch stinkt vom Kopf“. Mit der populistisch anmutenden Maßnahme, die letzten Bindeglieder in der Kette zu opfern, könnte man vermuten, der Weltverband täuscht die ganze Welt. Man sieht sich im Fall Conlan gar einer Verleumdung ausgesetzt. In ihrer Stellungnahme weißt die AIBA darauf hin, dass sie ohne vorliegenden Beweis für Korruption alle rechtlichen Mittel ausschöpfen und gegen die Behauptungen von Conlan vorgehen werde.

Liebe AIBA, falls sie es noch nicht bemerkt haben sollten: Menschen haben Augen im Kopf…

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