Es ist kein Witz und auch keine Falschmeldung: Shannon Briggs erhält tatsächlich noch einmal die Chance, um die Weltmeisterschaft boxen zu dürfen. Wie der Weltverband WBA mitteilte, soll der 44-jährige US-Amerikaner gegen den ungeschlagenen Australier Lucas Browne (37) bis zum 31. Dezember um die reguläre Weltmeisterschaft im Schwergewicht boxen. Um den Titel des Superweltmeisters boxen im kommenden Frühjahr 2017 bekanntlich Ex-Weltmeister Wladimir Klitschko (40) und der 27-jährige Brite Anthony Joshua.

Mit der Ansetzung von Briggs vs. Browne wirft der Weltverband WBA viele Fragen auf. Die Wichtigste: was befähigt Shannon Briggs, dessen beste Tage als Schwergewichtler lange vorbei sind, um den bedeutenden WBA Titel zu boxen? OK, Briggs gehörten in jungen Jahren zwar zur erweiterten Weltklasse, aber konnte nie die ganz großen Glanzlichter in seiner langen Karriere setzen, um sich einen Platz unter den Top Schwergewichtlern seiner Generation zu sichern.

Seine 60 Siege bei 6 Niederlagen hören sich im ersten Moment sicherlich beeindruckend an, doch viele seiner Gegner gehörten nicht zur Weltspitze und waren letztlich Pflichtsiege. Unvergessen bleibt auch seine verheerende Niederlage 2010 gegen Vitali Klitschko (45) in Hamburg. Der Ukrainer verprügelte Briggs über 12 Runden krankenhausreif. Erwähenswert in diesem Kampf war: Briggs blieb 12 Runden als Punchingball stehen und kassierte die Prügel seines Lebens. Nach dem Kampf wurde der Ami mit Blaulicht in die Klinik gefahren. Er erlitt erhebliche Brüche des Gesichtsknochens am rechten und dem linken Auge, sowie einen Riss des Trommelfells.

Zudem fiel Briggs mit seinen zahlreichen Pöbeleien gegen Wladimir Klitschko auf. Er versuchte mit seinen Provokationen verzweifelt den Ex-Champ herauszufordern.

Doch der 44-jährige Briggs scheint irgendwo jemanden zu haben, der es gut oder schlecht mit ihm meint. Man kann nur hoffen, dass Briggs gegen Browne heil den Kampf übersteht und sich anschließend geläutert zur Ruhe setzt.

 

(AR)

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